Donnerstag, 23. Februar 2012
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    Reichau
    Das Dorf gliedert sich gemäß seiner geographischen Lage in die beiden Teile Oberreichau und Unterreichau.
    Auf erste Besiedelungen aus der Zeit vor dem 6. Jahrhundert weist eine Erdburg nördlich des Dorfes hin, die keltischen Ursprungs ist. Ab 800 n. Chr. ließen sich Alemannen in diesem Gebiet nieder, wie die Anlage von sog. Hochäckern (erste Ackerformen) westlich des Dorfes beweist.
    Reichau - ähnlich wie Boos - hatte im Laufe der Jahrhunderte mehrere Patronatsherren. Das Geschlecht der Ritter von Rychen (von Reichau) bewohnte die ehemalige Burg in Oberreichau vom 9. bis 14. Jahrhundert. Später gelangte die Burg in den Besitz der Ritter Schweickhart; nach dem Tode des letzten Nachkommens 1542 verfiel die Burg.

    Unterreichau kam, gleich Boos, im Jahre 1551, Oberreichau schließlich 1581 unter die Herrschaft der Fugger. (Nach der Chronik von A. Grünbauer).
    Mit Einführung der kommunalen Selbstverwaltung 1848 wurde der Ort eigenständig. Im Zuge der Gebietsreform schloss sich Reichau 1975 freiwillig der Gemeinde Boos an.

    Die neugotische Kirche in Reichau stammt aus dem Jahre 1868; bis dahin besaßen die Bewohner nur eine kleine Kapelle von 1721, die heute nicht mehr existiert.

    Neben der schönen waldreichen Umgebung der Gemeinde, die zur Erholung einlädt, bieten zahlreiche Vereine die Möglichkeit zu vielseitiger Freizeitgestaltung.

    Nicht unerwähnt bleiben darf, dass Sebastian Kneipp von 1853 bis 1854 als Kaplan hier wirkte und bereits damals seine Wasserheilmethode erfolgreich anwandte.

     

    Boos
    Eine erste urkundliche Erwähnung findet Boos um 800 n. Chr. als Besitz Kaiser Karls des Großen. In den folgenden Jahrhunderten hatte die Gemeinde in ihrer wechselvollen Geschichte verschiedene Patronatsherren (zunächst als Lehensmänner des Stiftes Kempten). Namentlich bekannt sind der Ritter Dippold und dessen Familie (1054 - 13. Jahrh.), als Nachfolger die Herren von Rychen aus Reichau, ab 1435 dann die Patrizierfamilie Besserer aus Memmingen und schließlich die Patrizierfamilie Stebenhaber, die 1551 ihren Booser Besitz an den Freiherrn Anton Fugger von Babenhausen verkaufte. Die Fuggerherrschaft endete erst im Jahre 1848, als Bayern die kommunale Selbstverwaltung einführte.
    Viele Bauten erinnern an die jahrhundertelange Fuggerherrschaft und immer wieder begegnet man dem Fuggerwappen. Von 1620 bis 1777 regierten und wohnten fünf Fuggergrafen mit ihren Familien im Booser Schloss.

    So gehen die Barockkirche St. Martin mit dem Um- und Anbau von 1711 bis 1713 (Ursprünge reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück), das ehemalige Schloss (das jetzige Bräuhaus) aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, die Nepomukkapelle und die Bergkapelle von 1627 auf Fuggersche Gründungen zurück.

    Von überregionaler Bedeutung war die ehemalige Lehr- und Versuchsanstalt für Weichkäserei und Butterbereitung von 1902 bis 1973. In der "Booser Käsereischule" wurden in 71 Jahren insgesamt 12.750 Meister und Gehilfen des Molkereifachs, nicht nur aus Bayern, aus- und weitergebildet.
    Daneben kann die Gemeinde eine Anzahl stattlicher Bauernhöfe aufweisen, deren Ursprünge zum Teil bis ins ausgehende Mittelalter zurückverfolgbar sind.

    Aus dem ehemals bäuerlich strukturierten Dorf hat sich im Laufe der Jahrzehnte eine aufstrebende Gemeinde entwickelt, in der es ein gesundes Miteinander von Landwirten, Arbeitnehmern, Handwerkern und Selbständigen gibt.

    Statistik Boos mit Reichau

    Bundesland: Bayern
    Region: Donau-Iller
    Regierungsbezirk: Schwaben
    Landkreis: Unterallgäu

    Gemarkung/en: Boos u. Reichau

    Geografische Lage: 48° 4' N, 10° 12' O
    Meereshöhe (ü. NN): 573
    Fläche (km²): 17,66

    Einwohner (31.12.2008): 1.939

    Postleitzahl: 87737
    Telefon-Vorwahl: 08335 und 08333

    Kfz-Kennzeichen: MN (Mindelheim)
    AGS: 09 7 78 120
     

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